Milben/Pilz/Haarlinge/Durchfall und Co

Leider kann ich nicht mit den Kompetenzen eines Tierarztes mithalten, ich habe lediglich an einem Seminar im Zuchtverein des MFD über Krankheiten bei Meerschweinchen teilgenommen. Deswegen möchte ich auch nur einen geringen Teil von Meerschweinchenerkrankungen auflisten, mit denen ich bereits eigene Erfahrung gemacht habe.

 

Ein sehr häufiges Krankheitsbild, was so ziemlich jeden Meerschweinchenbesitzer mindestens einmal treffen wird, möchte ich hier nun erläutern.

Dauerstress schwächt bekannterweise das Immunssystem eines jeden Individuums.

Verursacht wird dieser Stress beim Meerschweinchen z.B. durch Mobbing unter Artgenossen, beispielsweise in einer Gruppe. Es wird ständig gejagt und / oder aus seinem Versteck gescheucht. Oder sein menschlicher Besitzer holt es ständig aus dem Stall und bedrängt und bekuschelt es ganz wider seiner Natur (Meerschweinchen sind Fluchttiere!).

Selbst ein Orts-/und Besitzerwechsel bedeutet für ein Tier viel Stress. Gerade Jungtiere, deren Immunssystem noch nicht ausgereift ist, belastet diese Umstellung sehr. Sie verlassen ihre Mutter und Geschwister oder eine vertraute Gruppe, werden mit neuen Besitzern, neuen Artgenossen und Gerüchen und einer neuen Umgebung konfrontiert.

Die Folgen dieses psychischen Stresses können Verdauungsstörungen, Gewichtsverlust und oder Milben, sowie Pilzbefall verursachen.

Dies ist kein Grund zur Panik (auch wenn es mitunter echt übel aussehen kann!), dennoch sollte diesen Symptomen aber grosse Beachtung geschenkt und nach Möglichkeit schnell entgegen gewirkt werden.

Ob es sich tatsächlich um Pilz und/oder Milben handelt, kann im Endeffekt nur  ein Tierarzt erkennen. Dieser verordnet dann auch das passende Medikament hierfür.

Rechtzeitig erkannt haben sich bei Meerschweinchenpilz auch Fusspilzsalben aus der Humanmedizin (wie z.B. Lamisil Once) bewährt. Aber so ein Pilz kann sehr hartnäckig sein, es dauert eine ganze Weile, bis die oftmals haarlosen Stellen wieder "gut" aussehen. Und es ist insbesondere bei Pilz immer Vorsicht geboten, da dieser für uns Menschen sehr ansteckend ist (Zoonosen). Und bei uns Menschen hält sich so ein Pilz aus eigener Erfahrung noch viel hartnäckiger. Also sollte man sich nach dem Anfassen des Tieres immer die Hände waschen.

 

Bei Durchfall bitte keine Schonkost durchführen, denn der Stopfmagen des Meerschweinchens benötigt ständig Nahrungsnachschub. Statt Grün und Feuchtfutter lieber mehr Heu und Kräuter geben, aber niemals Futter und Trinkwasser weglassen.

Den Gewichtsverlust seines Tiere kontrolliert man grundsätzlich am besten einmal wöchentlich; bei rapidem Gewichtsverlust sollte umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden.

 

Haarlinge sind auch eine sehr widerliche Angelegenheit und häufig erst spät erkannt. Zunächst sieht man vielleicht nur kleine grau-weisse Schuppen im Fell des Tieres. Sind diese aber länglich geformt und bewegen sich vorwärts: sind es Haarlinge! Gerade in weissem Fell sind sie ziemlich schwer zu erkennen, aber sollte sich das Tier häufiger als sonst kratzen, schütteln und evtl. sogar blutig kratzen oder beissen, ist es allerhöchste Zeit festzustellen, das hier etwas nicht stimmt. Die offenen Wunden sollten mit Bepanthen und Beta-Isodonna Salbe versorgt werden.

Um den Parasiten den Kampf anzusagen haben sich folgende Mittel bewährt: ein Spot-On-Präparat und ein rein biologisches Abwehrspray ("Advance" von Bayer für Kleine Katzen und Zierkaninchen bis 4kg! 0,1ml/ 1kg Tier- entweder beim Tierarzt oder direkt rezeptlos in der Apotheke // und "Exner Petguard" online zu erwerben z.B. bei Zooplus)

Wichtig ist aber, dass man diese kleinen Biester auf jeden Fall bekämpft, denn sie können das Immunsystem des Meerschweinchens so sehr angreifen und schwächen, dass  es mitunter lebensbedrohlich für das Tier werden kann. Also am besten einmal wöchentlich beim Meerschweinchen TÜV nicht nur das Gewicht, die Krallen, Genitalbereich und Ohren kontrollieren, sondern auch ganz gründlich das Fell!

Denn Milben, Haarlinge und Pilzsporen befinden sich in so ziemlich jedem Heu und das gehört nun mal in jeden Meerschweinchenstall. Ein gutes Immunsystem kommt in der Regel auch allein mit diesen Parasiten klar, aber kranke, alte, gestresste, falsch ernährte oder Jungtiere brauchen gelegentlich etwas Unterstützung hierbei.

 

 

Wichtiger Hinweis: Diese Ratschläge ersetzen grundsätzlich keinen Tierarztbesuch!

 

 

 

 

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